Mal ganz ehrlich...wenn ich ein Haar in der Suppe finden will, finde ich es!! Keine Diskussion! Kein anderer kann das Haar sehen, aber für mich ist es definitiv da! Groß und schwarz und dick!!
Ich kann mich aber auch entscheiden, kein Haar zu finden bzw. erst gar nicht danach zu suchen. Ich kann mich einfach entscheiden, zufrieden zu sein.
Die erste Variante führt dazu, dass
- ich ständig schlechte Laune habe
- mir alles schlecht rede, auch wenn es gerade eigentlich ganz schön sein könnte
- die Menschen um mich herum auch miesepetrig auf mich reagieren (im schlimmsten Fall sind die aber auch noch Schuld an allem ;) )
- a propos Schuld: die such ich auch auch immer bei den Anderen, niemals bei mir selbst
- ich mein Leben als Bürde empfinde
- ich in einem Hamsterrad aus Verpflichtungen stecke (die mir ja übrigens alle anderen aufgehalst haben)
- ich immer weniger Freude empfinde
- keiner mehr Lust hat, sich mit mir zu treffen
- ich Besuch als anstrengend empfinde, weil man dafür ja soviel vorbereiten muss
- ich Statist in meinem eigenen Leben bin
- ich voller Neid und Eifersucht und Missgunst bin
- ...
Die zweite Variante:
- ich bin selbst verantwortlich für mein Leben und dessen Gestaltung
- ich kann akzeptieren, dass ich bestimmte Dinge einfach nicht ändern kann
- ich lade Freunde zu mir nach Hause ein, obwohl es gerade nicht tip top aussieht (Mal ganz ehrlich: wen juckt das?)
- ich schaue optimistisch in die Zukunft
- ich bin flexibler und fröhlicher und ausgeglichener
- ich kann mich darüber freuen, wenn die Freundin ein tolles Haus baut, verliebt ist, ein Baby bekommt
- ich bin entspannt mit meinen Kindern und mache sie nicht für mein Leben verantwortlich
- ich bin frei
- ich bin ehrlich
- ich bin authentisch
- ...
Beide Listen kann man beliebig lang erweitern, bestimmt fällt euch selbst jede Menge dazu ein.
Ich habe mich jedenfalls entschieden, zufrieden zu sein, mit dem (wundervollen) Kind, dass ich bekommen habe (auch wenn es manchmal echt anstrengend ist), mit dem tollen Mann, mit dem ich mein Leben teile (einfach, weil er ist, wie er ist, ehrlich, authentisch und immer für mich da), mit dem Haus, das wir gebaut haben (einfach, weil es unseres ist, nicht besonders groß und nicht besonders ausgefallen, aber unseres und zwar durch und durch...wer hier lebt, das sieht man), mit meinem Job, weil ich absolut liebe, was ich tue und nichts auf der Welt lieber tun würde, mit mir, weil ich akzeptiert habe, dass ich Ecken und Kanten habe, aber auch sehr sehr viel Liebenswertes...
Ich kann mein Leben mit meckern verbringen und ständig auf der Suche nach Schuldigen sein, ich kann es aber auch selbst in die Hand nehmen und anfangen, all die Dinge zu ändern, die mir nicht gefallen (und die sich ändern lassen)...manchmal sind es erstmal nur Ministeps und manchmal fühlt es sich echt zäh an und ehrlich, manchmal auch richtig einsam...aber, wenn man sich selbst und seinem Herzen näher kommt...ja...ja, dann ist das manchmal so....weil auf einmal Freundschaften nicht mehr passen und die Lücke nicht immer sofort wieder geschlossen wird.
Ich habe die Wahl, ich kann mich jetzt ängstlich in die Ecke verkriechen und niemals losgehen oder ich kann das Zepter in die Hand nehmen und beginnen, in meinem Leben aufzuräumen.
Wisst ihr übrigens, welche Sätze ich besonders lieben kann??
"Wenn ich in Rente bin, dann mache ich...."
"Wenn ich dies und jenes und noch viel mehr erledigt habe, dann fange ich zu leben an:..."
"Ich kann das nicht wegen der Kinder..."
Warum wird Glück und Zufriedenheit immer auf die lange Bank geschoben? Warum nicht im Heute, im Hier und Jetzt leben und glücklich und zufrieden sein? Das müssen nicht die großen Dinger sein, aber jeden Tag ein wenig Glück, ein wenig Zeit für mich, ein Buch lesen, wenn mir gerade danach ist, eine halbe Stunde im Gras in der Sonne liegen, einen gemütlichen Kaffee trinken gehen und dabei einfach mal nichts tun...
Auch eine Entscheidung: Hamsterrad oder Selbstbestimmung?


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