Jahrelang ging es mir so...von einer Rolle in die nächste, Erwartungen erfüllen, Bedürfnisse befriedigen... Wäre schön, wären es meine gewesen...waren aber die der anderen!!
Im letzten Jahr habe ich angefangen, mich mehr mit mir und meinen Wünschen zu beschäftigen und endlich auch für sie einzutreten und den Mund aufzumachen. Das erfordert zu Beginn Mut und macht Angst, aber es lohnt sich! Inzwischen höre ich nämlich mehr von dem, was mein Herz mir sagen möchte und werde dadurch glücklicher!
Aber warum macht es eigentlich Sinn, authentisch zu leben? Hierzu habe ich eine schöne Beschreibung in dem Buch "Mehr Mut zum Ich" von Monika Matschnig gefunden.
1. Ehrlichkeit
Hab ich oft gedacht und wahrscheinlich noch öfter gemacht. Mich verstellt um andere glücklich und zufrieden zu machen. Blöd nur, dass ich dabei auf der Strecke geblieben und immer unzufriedener geworden bin. Aber, nicht sagen, was Sache ist und was man wirklich denkt und fühlt, wird zum Boomerang und man findet sich in Situationen oder mit Menschen wieder, in die man nicht wollte und die einen eher nerven als schöne Stunden schenken.
Mein persönliches Beispiel hierzu ist die Idee einer gemeinsamen Einschulungsfeier mit zwei Freundinnen und deren Kindern. Eigentlich eine total tolle Idee, wenn nicht unsere Kinder jedesmal aneinandergeraten würden und es nur Stress und Streit gibt, an dessen Ende meistens mein Sohnemann alleine dasteht und die anderen beiden sich zusammengetan haben. Ich hab in mich hineingehorcht und gemerkt, dass ich das nicht möchte, so schön ich die Idee mit einer gemeinsamen Feier fand, denn natürlich mag ich meine beiden Freundinnen. Aber dennoch, es geht an dem Tag nicht um mich, es ist der erste Schultag meines Sohnes und der soll toll und schön und ohne Streit sein. Also Thema auf den Tisch gepackt und Bremse gezogen und mich auch nicht mehr bequatschen lassen. Auch mit dem Wissen, dass die anderen beiden dann zusammen feiern werden. Das ist okay! Meine Entscheidung fühlt sich gut.u.d richtig an und das ist das Wichtigste!
2. Meine Bedürfnisse - meine Taktgeber
Es geht also darum, das eigene Innere zu hören, ernst zu nehmen - dem eigenen Ich Raum zu geben - und dieses nach Aussen zu tragen. Dadurch wird man nicht egoistisch und rücksichtslos sondern authentisch, echt. Man kann sich verwirklichen und zu sich stehen, ohne auf Kosten anderer Menschen zu leben.
Das eigene Herz hören und das Leben leben, das sich gut und stimmig anfühlt. Dann hört auch das Gejammer auf, andere wären an meinem Leid schuld. Jeder trägt den Schlüssel zu seinem Lebensglück im eigenen Herzen.
3. Selbstliebe
Ich liebe mich so wie ich bin, mit meinen Ecken und Kanten, mit meinen kräftigen Waden und meiner Tollpatschigkeit. Hat aber lange gedauert ;)
Meine Beine habe ich mein ganzes Leben in lange Hosen eingesperrt, fühlte mich nicht würdig, ein Kleid zu tragen. Kindheitstrauma...immer wieder wurde mir erzählt, was ich doch für kräftige Waden habe...ausgesöhnt! Heute stehe ich vorm Spiegel und liebe, was ich sehe! Und wisst ihr was? Ich fühl mich heute pudelwohl im Kleid! :)
Schöner Nebeneffekt: Man kann auch andere Menschen viel besser so akzeptieren, wie sie sind und die Urteile im Kopf werden weniger!
Ich sage nicht, dass es einfach ist, aber es ist ein lohnenswerter Weg und er ist spannend und voller Überraschungen... Ich kann nur sagen, macht euch auf den Weg, denn dann lugt eure Persönlichkeit nicht mehr nur vorsichtig zwischen den Wolken hindurch sondern erstrahlt irgendwann in voller Pracht am strahlend blauen Himmel.
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