Donnerstag, 30. Juli 2015

Zufriedenheit

Mal ganz ehrlich...wenn ich ein Haar in der Suppe finden will, finde ich es!! Keine Diskussion! Kein anderer kann das Haar sehen, aber für mich ist es definitiv da! Groß und schwarz und dick!!
Ich kann mich aber auch entscheiden, kein Haar zu finden bzw. erst gar nicht danach zu suchen. Ich kann mich einfach entscheiden, zufrieden zu sein.

Die erste Variante führt dazu, dass

- ich ständig schlechte Laune habe
- mir alles schlecht rede, auch wenn es gerade eigentlich ganz schön sein könnte
- die Menschen um mich herum auch miesepetrig auf mich reagieren (im schlimmsten Fall sind die       aber auch noch Schuld an allem ;) )
- a propos Schuld: die such ich auch auch immer bei den Anderen, niemals bei mir selbst
- ich mein Leben als Bürde empfinde
- ich in einem Hamsterrad aus Verpflichtungen stecke (die mir ja übrigens alle anderen aufgehalst         haben)
- ich immer weniger Freude empfinde
- keiner mehr Lust hat, sich mit mir zu treffen
- ich Besuch als anstrengend empfinde, weil man dafür ja soviel vorbereiten muss
- ich Statist in meinem eigenen Leben bin
- ich voller Neid und Eifersucht und Missgunst bin
- ...

Die zweite Variante:

- ich bin selbst verantwortlich für mein Leben und dessen Gestaltung
- ich kann akzeptieren, dass ich bestimmte Dinge einfach nicht ändern kann
- ich lade Freunde zu mir nach Hause ein, obwohl es gerade nicht tip top aussieht (Mal ganz ehrlich:     wen juckt das?)
- ich schaue optimistisch in die Zukunft
- ich bin flexibler und fröhlicher und ausgeglichener
- ich kann mich darüber freuen, wenn die Freundin ein tolles Haus baut, verliebt ist, ein Baby               bekommt
- ich bin entspannt mit meinen Kindern und mache sie nicht für mein Leben verantwortlich
- ich bin frei
- ich bin ehrlich
- ich bin authentisch
- ...

Beide Listen kann man beliebig lang erweitern, bestimmt fällt euch selbst jede Menge dazu ein.



Ich habe mich jedenfalls entschieden, zufrieden zu sein, mit dem (wundervollen) Kind, dass ich bekommen habe (auch wenn es manchmal echt anstrengend ist), mit dem tollen Mann, mit dem ich mein Leben teile (einfach, weil er ist, wie er ist, ehrlich, authentisch und immer für mich da), mit dem Haus, das wir gebaut haben (einfach, weil es unseres ist, nicht besonders groß und nicht besonders ausgefallen, aber unseres und zwar durch und durch...wer hier lebt, das sieht man), mit meinem Job, weil ich absolut liebe, was ich tue und nichts auf der Welt lieber tun würde, mit mir, weil ich akzeptiert habe, dass ich Ecken und Kanten habe, aber auch sehr sehr viel Liebenswertes...

Ich kann mein Leben mit meckern verbringen und ständig auf der Suche nach Schuldigen sein, ich kann es aber auch selbst in die Hand nehmen und anfangen, all die Dinge zu ändern, die mir nicht gefallen (und die sich ändern lassen)...manchmal sind es erstmal nur Ministeps und manchmal fühlt es sich echt zäh an und ehrlich, manchmal auch richtig einsam...aber, wenn man sich selbst und seinem Herzen näher kommt...ja...ja, dann ist das manchmal so....weil auf einmal Freundschaften nicht mehr passen und die Lücke nicht immer sofort wieder geschlossen wird.
Ich habe die Wahl, ich kann mich jetzt ängstlich in die Ecke verkriechen und niemals losgehen oder ich kann das Zepter in die Hand nehmen und beginnen, in meinem Leben aufzuräumen.

Wisst ihr übrigens, welche Sätze ich besonders lieben kann??
"Wenn ich in Rente bin, dann mache ich...."
"Wenn ich dies und jenes und noch viel mehr erledigt habe, dann fange ich zu leben an:..."
"Ich kann das nicht wegen der Kinder..."
Warum wird Glück und Zufriedenheit immer auf die lange Bank geschoben? Warum nicht im Heute, im Hier und Jetzt leben und glücklich und zufrieden sein? Das müssen nicht die großen Dinger sein, aber jeden Tag ein wenig Glück, ein wenig Zeit für mich, ein Buch lesen, wenn mir gerade danach ist, eine halbe Stunde im Gras in der Sonne liegen, einen gemütlichen Kaffee trinken gehen und dabei einfach mal nichts tun...


Auch eine Entscheidung: Hamsterrad oder Selbstbestimmung?


Sonntag, 26. Juli 2015

Über die Freiheit

Freiheit, die; der Zustand, unabhängig, nicht unterdrückt oder gefangen zu sein.

Ja, genau so sollte sich ein Leben anfühlen. Ich möchte frei sein in meinen Entscheidungen, in meinem Tun, in meinem Denken und in meinem Sein.




Ich habe das große, unfassbare Glück, ein solches Leben führen zu dürfen. Ich bin selbstständig und kann meine Arbeit gestalten, wie ich es für richtig halte, ich kann Urlaub machen, wann ich möchte, muss mich mit niemanden absprechen, ich kann zuhause meine Kreativität ausleben und unser Haus und unseren Garten gestalten (und muss mich darüber so gut wie nie mit meinem Mann streiten, da wir meistens einer Meinung sind) und, das Wichtigste von allem, ich kann mich frei bewegen, muss nicht um Erlaubnis fragen, wenn ich weg möchte.

Vielen Menschen auf dieser Welt ist diese Freiheit leider nicht vergönnt, im Großen, weil sie in Kriegsgebieten leben oder ihr Land von einem Diktator regiert wird, weil das Land arm ist und Krankheiten sie in die Knie zwingen.
Und im Kleinen, weil Menschen in Freundschaften / Beziehungen feststecken, die sie unfrei machen. Ich habe es mal bei einem meiner Ex-Freunde erlebt als er in einer neuen Beziehung war. Da habe ich ihn beim Tanken getroffen und ihn freudig begrüßt. Er hat nur den Kopf geduckt und mir zugezischt, dass er nicht mit mir reden darf, weil seine neue Freundin draussen ist. Geht´s noch? Möchte ich oder möchte irgendjemand so leben?

Freiheit bedeutet für jeden etwas anderes, der eine möchte vielleicht mehr vor die Tür als einer anderer. Ein Dritter möchte, um sich frei zu fühlen, die Welt bereisen...so sind die Vorstellungen vom Leben unterschiedlich, das ist gut so und bereichert...aber, welche Vorstellung man auch immer vom Leben hat, wichtig ist der Respekt vor dem Wunsch nach Freiheit des Anderen. Wie soll ich eine liebevolle und erfüllende Beziehung / Freundschaft führen, wenn ich meine Erwartungen und Wünsche und Ängste alle auf mein Gegenüber kippe? Und versteht mich richtig, es geht nicht darum, nur noch seinen Kopf durchzusetzen und über die Wünsche und Bedürfnisse meines Partners hinweg zu trampeln, aber es geht darum, der Stimme des eigenen Herzens zu folgen und für diese auch gegenüber dem Partner / Freund / Freundin / Kind einzutreten. Niemand hat etwas davon, wenn ich zuhause bleibe, obwohl ich eigentlich viel viel lieber gerade woanders wäre. Dieses Miteinander kann nur in einer Katastrophe enden. Habe ich aber zwischendurch die Freiheit, meinen Vorstellungen und Träumen zu folgen, dann bin ich auch wieder gerne zuhause.
Urlaub mit Freunden funktioniert genau auch nur so. Gemeinsam verreisen, ja klar, gerne, wenn es vor Ort auch möglich ist, getrennt voneinander etwas zu unternehmen. Gibt es dann jedes Mal Gemurre nach dem Motto, "wir wollten aber doch gemeinsam", tja, was dann....?!

Für mich bedeutet Freiheit, den Anderen nicht in Ketten zu legen, mich aber selbst auch nicht fesseln zu lassen. Beziehungen werden fröhlicher, freier und ehrlicher, wenn wir zulassen, dass jeder seine Art von Freiheit leben darf...
Mein Kind gehört mir nicht, mein Mann gehört mir nicht, meine Freunde gehören mir nicht.
Ein Bekannter sagte mal einen schönen Satz zu mir: "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen!" Und ja, ich ecke oft an mit meiner Vorstellung von Erziehung, weil ich meinem Kind nicht nur mitgebe, was es alles zu tun und vor allem nicht zu tun hat, weil ich meinem Kind vor allem zwei Dinge mitgebe: 1. Vertrauen in seine Fähigkeiten und mehr und mehr auch in seine Entscheidungen und 2. nicht der Studienabschluss das Ziel seiner Bestrebungen sein muss (aber gerne darf, wenn er das möchte), sondern glücklich und zufrieden zu sein.
Mein Mann und meine Freunde sind Begleiter auf meinem Lebensweg. Ich möchte, dass sie mich gerne begleiten, bei mir sind, weil sie dies von Herzen so möchten und nicht, weil ich in irgendeiner Weise Druck auf sie ausübe.


In diesem Sinne werde ich jetzt einen wunderbaren Sonntag allein mit meinem Sohnemann verbringen, denn der Mann ist zum Sport ausgeflogen und kommt wahrscheinlich heute abend k.o und platt, aber zufrieden und glücklich nach Hause. :)


Donnerstag, 16. Juli 2015

Authentizität - ehrlicher mit mir selbst und meiner Umwelt

Jahrelang ging es mir so...von einer Rolle in die nächste, Erwartungen erfüllen, Bedürfnisse befriedigen... Wäre schön,  wären es meine gewesen...waren aber die der anderen!!

Im letzten Jahr habe ich angefangen,  mich mehr mit mir und meinen Wünschen zu beschäftigen und endlich auch für sie einzutreten und den Mund aufzumachen. Das erfordert zu Beginn Mut und macht Angst, aber es lohnt sich! Inzwischen höre ich nämlich mehr von dem, was mein Herz mir sagen möchte und werde dadurch glücklicher!

Aber warum macht es eigentlich Sinn, authentisch zu leben? Hierzu habe ich eine schöne Beschreibung in dem Buch "Mehr Mut zum Ich" von Monika Matschnig gefunden.

1. Ehrlichkeit

Hab ich oft gedacht und wahrscheinlich noch öfter gemacht. Mich verstellt um andere glücklich und zufrieden zu machen. Blöd nur, dass ich dabei auf der Strecke geblieben und immer unzufriedener geworden bin. Aber, nicht sagen, was Sache ist und was man wirklich denkt und fühlt, wird zum Boomerang und man findet sich in Situationen oder mit Menschen wieder, in die man nicht wollte und die einen eher nerven als schöne Stunden schenken.

Mein persönliches Beispiel hierzu ist die Idee einer gemeinsamen Einschulungsfeier mit zwei Freundinnen und deren Kindern. Eigentlich eine total tolle Idee, wenn nicht unsere Kinder jedesmal aneinandergeraten würden und es nur Stress und Streit gibt, an dessen Ende meistens mein Sohnemann alleine dasteht und die anderen beiden sich zusammengetan haben. Ich hab in mich hineingehorcht und gemerkt, dass ich das nicht möchte,  so schön ich die Idee mit einer gemeinsamen Feier fand, denn natürlich mag ich meine beiden Freundinnen. Aber dennoch, es geht an dem Tag nicht um mich, es ist der erste Schultag meines Sohnes und der soll toll und schön und ohne Streit sein. Also Thema auf den Tisch gepackt und Bremse gezogen und mich auch nicht mehr bequatschen lassen. Auch mit dem Wissen, dass die anderen beiden dann zusammen feiern werden. Das ist okay! Meine Entscheidung fühlt sich gut.u.d richtig an und das ist das Wichtigste!

2. Meine Bedürfnisse - meine Taktgeber

Es geht also darum, das eigene Innere zu hören, ernst zu nehmen - dem eigenen Ich Raum zu geben - und dieses nach Aussen zu tragen. Dadurch wird man nicht egoistisch und rücksichtslos sondern authentisch, echt. Man kann sich verwirklichen und zu sich stehen, ohne auf Kosten anderer Menschen zu leben.
Das eigene Herz hören und das Leben leben, das sich gut und stimmig anfühlt. Dann hört auch das Gejammer auf, andere wären an meinem Leid schuld. Jeder trägt den Schlüssel zu seinem Lebensglück im eigenen Herzen.

3. Selbstliebe
Ich liebe mich so wie ich bin, mit meinen Ecken und Kanten, mit meinen kräftigen Waden und meiner Tollpatschigkeit. Hat aber lange gedauert ;)
Meine Beine habe ich mein ganzes Leben in lange Hosen eingesperrt,  fühlte mich nicht würdig, ein Kleid zu tragen. Kindheitstrauma...immer wieder wurde mir erzählt, was ich doch für kräftige Waden habe...ausgesöhnt!  Heute stehe ich vorm Spiegel und liebe, was ich sehe! Und wisst ihr was? Ich fühl mich heute pudelwohl im Kleid! :)
Schöner Nebeneffekt: Man kann auch andere Menschen viel besser so akzeptieren, wie sie sind und die Urteile im Kopf werden weniger!

Ich sage nicht, dass es einfach ist, aber es ist ein lohnenswerter Weg und er ist spannend und voller Überraschungen... Ich kann nur sagen, macht euch auf den Weg, denn dann lugt eure Persönlichkeit nicht mehr nur vorsichtig zwischen den Wolken hindurch sondern erstrahlt irgendwann in voller Pracht am strahlend blauen Himmel.